
Browserbasierter Zugriff auf die MCDMS-Patientenakte
Die MCDMS WebAkte erweitert MCDMS um einen browserbasierten Zugriff auf ausgewählte Funktionen der Patientenakte.
Anwender können über einen aktuellen Webbrowser auf freigegebene Patienteninformationen, Formulare, Dokumente und Akteneinträge zugreifen, ohne dass hierfür auf dem Arbeitsplatz ein eigener zusätzlicher Client installiert werden muss.
Die WebAkte arbeitet dabei nicht als separates Patientensystem, sondern greift auf die vorhandene MCDMS-Umgebung und deren Daten, Benutzer, Rechte und Funktionen zurück.
Der Zugriff erfolgt im vorgesehenen Produktivbetrieb ausschließlich über HTTPS. Bereits in der bisherigen Beschreibung ist vorgesehen, Benutzer-, Patienten-, Formular- und Datensatzzugriffe serverseitig zu prüfen. 01Übersicht
Typische Einsatzbereiche
Die MCDMS WebAkte kann beispielsweise eingesetzt werden für:
- browserbasierte Einsicht in die Patientenakte
- Patientenstammdaten
- frei definierbare HTML-Formulare
- strukturierte Erfassung von Formulardaten
- Listen und wiederholbare Datensätze
- Master-/Detailformulare
- Anzeige und Bearbeitung vorhandener Akteneinträge
- Anzeige von in MCDMS abgelegten Dokumenten
- Nutzung vorhandener MCDMS-Scripte
- klinikspezifische Webformulare und Arbeitsabläufe
Welche Funktionen für einen Anwender sichtbar und nutzbar sind, wird über die Konfiguration und die vorhandenen MCDMS-Rechte gesteuert.
Funktionsumfang
Anmeldung und Patientenauswahl
Die Anmeldung erfolgt mit vorhandenen MCDMS-Benutzerdaten.
Nach erfolgreicher Anmeldung können berechtigte Anwender Patienten suchen und auswählen. Der aktive Patient bildet anschließend den verbindlichen Kontext für die WebAkte.
Unter anderem werden unterstützt:
- Patientensuche
- Patientenwechsel
- Anzeige von Patienteninformationen
- zuletzt verwendete Patienten
- patientenbezogene Navigation
- direkter Aufruf freigegebener Formulare und Aktenbereiche
Frei konfigurierbare Aktenstruktur
Die Navigation der WebAkte kann an die jeweilige Einrichtung angepasst werden.
Dadurch lassen sich beispielsweise Bereiche wie:
- Aufnahme
- Ärztliche Dokumentation
- Pflege
- Diagnosen
- Medikation
- Therapie
- Befunde
- Dokumente
individuell strukturieren.
Die WebAkte kann dabei sowohl eigene Webformulare als auch Einträge der nativen MCDMS-Akte darstellen.
HTML-Formulare
Formulare werden mit HTML, CSS und JavaScript erstellt.
Dadurch können sie sehr flexibel an die Anforderungen einer Klinik angepasst werden.
Möglich sind unter anderem:
- Textfelder
- mehrzeilige Textfelder
- Checkboxen
- Auswahlfelder
- Datums- und Zeitfelder
- Zahlenfelder
- frei gestaltete Anzeigen
- dynamische Bereiche
- Tabellen
- wiederholbare Datensätze
- eigene JavaScript-Funktionen
- responsive Darstellung
Formularfelder können direkt mit Datenbankspalten verbunden werden.
So können einfache Formulare ebenso umgesetzt werden wie umfangreiche klinische Dokumentationen.
Datenbankformulare
Die WebAkte unterstützt Formulardaten sowohl auf SQL Server als auch – für geeignete Anwendungsfälle – auf Microsoft Access.
Einfache Formulare
Ein Formular kann genau einen Datensatz pro Patient oder mehrere Datensätze besitzen.
Beispiele:
- Anamnese
- Befund
- Verlaufsdokumentation
- Untersuchungsprotokoll
- Verordnung
Master-/Detailformulare
Für komplexere Formulare kann ein Masterdatensatz mit beliebig vielen Detailzeilen kombiniert werden.
Beispiel:
Medikationsplan
Master:
- allgemeine Angaben zur Verordnung
- Allergien
- Kennzeichen
- übergreifende Informationen
Details:
- Medikament
- Datum
- Dosierung
- Dauer
- Grund
- weitere Angaben
Die Detaildaten können innerhalb eines Formulars auch auf mehrere sichtbare Bereiche verteilt werden.
Beispielsweise:
- Regelmedikation
- zu besonderen Zeiten anzuwendende Medikamente
- Selbstmedikation
Alle Bereiche können dabei weiterhin auf dasselbe Detailmodell zugreifen.
Listenformulare
Mit RecordView=LIST können mehrere Datensätze direkt innerhalb eines Formulars angezeigt und bearbeitet werden.
Damit lassen sich beispielsweise strukturierte Listen erstellen wie:
- Diagnosen
- Untersuchungen
- Maßnahmen
- Aufgaben
- Verlaufsdaten
Je nach Konfiguration können Datensätze:
- hinzugefügt
- bearbeitet
- gelöscht
- dupliziert
- sortiert
werden.
Integration in MCDMS
Die WebAkte verwendet die vorhandene MCDMS-Umgebung.
Dazu gehören insbesondere:
- MCDMS-Benutzer
- Patienten
- MCDMS5API
- MCDMS-Scripte
- MCDMS-Rechte
- Aktenstruktur
- Akteneinträge
- Statusinformationen
- Dokumente
Dadurch können bestehende MCDMS-Funktionen weiterverwendet werden, anstatt für die WebAkte eine vollständig getrennte Parallelstruktur aufzubauen.
MCDMS-Scripte
Vorhandene MCDMS-Scripte können an verschiedenen Stellen in den Formularablauf eingebunden werden.
Beispielsweise:
- beim Laden eines Formulars
- nach dem Speichern
- beim Löschen
Dadurch lassen sich bestehende Berechnungen, Initialisierungen oder klinikspezifische Abläufe weiterverwenden.
Webformular, Datenbank und MCDMS-Script bleiben dabei klar voneinander getrennte Bestandteile.
MCDMS-Rechte
Formulare und Akteneinträge können über die vorhandenen MCDMS-Rechte geschützt werden.
Bei MCDMS-bezogenen Einträgen kann ein MATCHCODE verwendet werden.
Abhängig vom ermittelten Recht kann ein Anwender beispielsweise:
- keinen Zugriff erhalten
- nur lesen
- lesen und bearbeiten
- vollständigen Zugriff einschließlich Löschen erhalten
Administratoren besitzen entsprechend erweiterte Rechte.
Für Webformulare ohne MCDMS-MATCHCODE stehen zusätzliche Zugriffsregeln zur Verfügung.
Damit wird die Berechtigungsprüfung nicht dem Browser überlassen, sondern serverseitig durchgeführt.
Native MCDMS-Akte
Neben Webformularen kann die WebAkte auch Einträge aus der nativen MCDMS-Akte darstellen.
Dazu können beispielsweise gehören:
- PDF-Dokumente
- Bilder
- Textdokumente
- Office-Dokumente
- weitere unterstützte Dateitypen
Akteneinträge können entsprechend ihrer MCDMS-Struktur nach Gruppe und Untergruppe dargestellt werden.
Soweit freigegeben, können auch Statusänderungen oder Löschvorgänge über die WebAkte durchgeführt werden.
Status
Akteneinträge können die in MCDMS verwendeten Statuswerte darstellen.
Aktuell werden folgende Status verwendet:
| Status | Darstellung |
|---|---|
| 0 | Weiß / Ausgangszustand |
| 1 | Grün |
| 2 | Gelb |
| 3 | Rot |
| 4 | Blau |
Ob ein Anwender einen Status verändern darf, richtet sich nach seinen MCDMS-Rechten und gegebenenfalls nach der Eigentümerschaft des Eintrags.
Sicherheit
Die Sicherheitsprüfung erfolgt zentral auf dem Server.
Unter anderem werden geprüft:
- angemeldete Sitzung
- aktiver Patient
- Benutzerrechte
- Formularzugriff
- Datensatzzugriff
- SQL-Zieltabellen und -spalten
- zulässige Formularfelder
- technische Schlüssel
- Dateipfade
- Dokumentzugriff
Browserwerte werden nicht ungeprüft als vertrauenswürdig übernommen.
Der Produktivbetrieb erfolgt ausschließlich über HTTPS. Auch die bisherige Übersicht nennt HTTPS ausdrücklich als Voraussetzung für den Produktivbetrieb. 01Übersicht
Passwörter und medizinische Formulardaten sollen nicht im normalen Betriebslog gespeichert werden. 01Übersicht
Technische Grundlage
Die MCDMS WebAkte wird auf einem Windows-System innerhalb der vorgesehenen MCDMS-Umgebung betrieben.
Technisch basiert sie unter anderem auf:
- VB.NET
- .NET Framework 4.7.2
- x86
- Windows-Dienst
- System.Net.HttpListener
- HTTP.sys
- HTTPS
- MCDMS5API
- SQL Server
- optional Microsoft Access
- HTML5
- CSS
- natives JavaScript
Ein IIS ist für die MCDMS WebAkte nicht erforderlich.
Der bisherige Überblick nennt bereits Windows-Dienst, HTTP.sys, MCDMS5API, Zugriff auf Stammdaten und SQL Server als Grundlage. 01Übersicht
Zentrale Konfiguration
Die WebAkte wird über Dateien unter:
{APPPATH}\Web
konfiguriert.
Zu den zentralen Bestandteilen gehören insbesondere:
WEB.INI
FORMULARE.INI
HTML\
CSS\
JS\
IMAGES\
PROGRAM\
LOGS\
SETUP\
Die früher in der Übersicht genannten PATIENTEN.INI und AKTENSTRUKTUR.INI sollten in der neuen Beschreibung nicht mehr aufgeführt werden, da sie nicht mehr zur aktuellen aktiven Architektur gehören.
WEB.INI
Die WEB.INI enthält übergreifende Einstellungen der WebAkte, beispielsweise für:
- Serverbetrieb
- Patientenanzeige
- Patientensuche
- Darstellung
- allgemeine Einstellungen
- native Akte
FORMULARE.INI
Die FORMULARE.INI beschreibt die verfügbaren Formulare.
Dort werden unter anderem festgelegt:
- Titel
- HTML-Datei
- Datenquelle
- Tabellen
- Primärschlüssel
- Patientenfeld
- Bearbeitungsrechte
- Mehrfachdatensätze
- Löschen
- Duplizieren
- Sortierung
- MCDMS-MATCHCODE
- Scripte
- Master-/Detailkonfiguration
- Listenansicht
Dadurch können neue Webformulare in vielen Fällen weitgehend über Konfiguration und HTML ergänzt werden, ohne die WebServer-Programmlogik zu ändern.
Erweiterbarkeit
Ein wesentliches Ziel der MCDMS WebAkte ist eine klare Trennung zwischen:
- WebServer
- Konfiguration
- Formular
- Datenbank
- MCDMS-Script
- MCDMS-Rechten
Dadurch können klinikspezifische Anforderungen umgesetzt werden, ohne für jedes neue Formular die zentrale Anwendung verändern zu müssen.
Ein Formular kann beispielsweise eigene:
- HTML-Struktur
- CSS-Darstellung
- JavaScript-Funktionen
- Datenbankfelder
- Detailbereiche
- MCDMS-Scripte
- Rechte
verwenden.
Beispiel: Medikationsplan
Ein Beispiel für diese Flexibilität ist ein Medikationsplan.
Allgemeine Informationen können im Master gespeichert werden, beispielsweise:
- Thromboseprophylaxe
- Medikamentendosette
- BTM
- Allergien
- Angaben zur Verordnung
Die einzelnen Medikamente werden als Detaildatensätze gespeichert.
Diese Detaildatensätze können gleichzeitig in mehreren sichtbaren Bereichen dargestellt werden:
- Regelmedikation
- besondere Einnahmezeiten
- Selbstmedikation
Damit bleibt das Datenmodell einheitlich, während die Benutzeroberfläche an den klinischen Ablauf angepasst werden kann.
Weitere Dokumentation
Die folgenden Kapitel beschreiben die einzelnen Bereiche ausführlicher:
02 Installation & Inbetriebnahme
Installation, Windows-Dienst, HTTPS und Inbetriebnahme.
03 KonfigurationWEB.INI, FORMULARE.INI und weitere Konfigurationsmöglichkeiten.
04 Formulare & Scripts
Datenbankformulare, Master/Detail, Scripte und Formular-Lifecycle.
05 Sicherheit & Betrieb
Rechte, HTTPS, Logging, Sicherheitsprüfungen und Betrieb.
06 Fehlerbehebung
Typische Fehlerbilder und Diagnosemöglichkeiten.
07 Exemplarische Vorgehensweise für ein Testsystem
Schrittweiser Aufbau einer Testumgebung.
08 HTML-Formulare
Technischer HTML-Vertrag und verfügbare Formularfunktionen.
09 HTML-Beispiele
Vollständige Beispielkonfigurationen und Formulare.




