7.1 Allgemeines
Der MCDMS WebService wurde für den sicheren Austausch von Dateien über öffentliche und private Netzwerke entwickelt.
Zum Schutz der übertragenen Daten werden mehrere Sicherheitsmechanismen kombiniert.
Dazu gehören insbesondere:
- verschlüsselte HTTPS-Kommunikation
- Authentifizierung über API-Key
- Zugriffsbeschränkung über IK-Nummern
- NTFS-Berechtigungen
- Windows-Dienst
- Protokollierung sicherheitsrelevanter Ereignisse
Diese Maßnahmen verhindern unberechtigte Zugriffe und gewährleisten einen sicheren Datenaustausch.
7.2 HTTPS-Verschlüsselung
Sämtliche Kommunikation erfolgt ausschließlich über HTTPS.
Unverschlüsselte HTTP-Verbindungen werden nicht unterstützt.
Vorteile
- Schutz vor Abhören der Kommunikation
- Schutz vor Manipulation der Daten
- Authentifizierung des Servers
- Integrität der übertragenen Dateien
Es wird empfohlen, ausschließlich Zertifikate einer vertrauenswürdigen Zertifizierungsstelle (CA) zu verwenden.
7.3 Serverzertifikat
Der WebService verwendet ein TLS-Zertifikat aus dem Windows-Zertifikatsspeicher.
Während der Installation werden automatisch folgende Eigenschaften geprüft.
| Prüfung | Beschreibung |
|---|---|
| Zertifikat vorhanden | Das konfigurierte Zertifikat existiert. |
| Privater Schlüssel | Das Zertifikat besitzt einen privaten Schlüssel. |
| Gültigkeit | Das Zertifikat ist nicht abgelaufen. |
| Zertifikatskette | Die Vertrauenskette ist vollständig und gültig. |
| Server Authentication | Das Zertifikat ist für TLS-Server zugelassen. |
Schlägt eine dieser Prüfungen fehl, wird die Installation abgebrochen.
7.4 API-Key
Jede Anfrage muss einen gültigen API-Key enthalten.
Der API-Key dient zur Authentifizierung des Kommunikationspartners.
Empfehlungen
- mindestens 32 Zeichen
- zufällig erzeugt
- regelmäßig ändern
- niemals öffentlich dokumentieren
- nicht im Quellcode hinterlegen
- nicht per E-Mail versenden
Ein ungültiger oder fehlender API-Key führt zu:
HTTP 401 Unauthorized
7.5 Zugriff über IK
Zusätzlich zum API-Key prüft der WebService die übermittelte IK.
Nur freigegebene Einrichtungen dürfen auf ihre Dateien zugreifen.
API-Key
│
▼
gültig?
│
▼
IK freigegeben?
│
▼
Zugriff erlaubt
Eine nicht freigegebene IK führt zu:
HTTP 403 Forbidden
Dadurch kann eine Einrichtung ausschließlich auf ihren eigenen Datenbestand zugreifen.
7.6 Dateisystem
Alle Dateien werden außerhalb des Programms im Dateisystem gespeichert.
Für jede freigegebene IK existieren getrennte Verzeichnisse.
Daten
│
├── Eingang
│ ├── 123456789
│ └── 987654321
│
└── Ausgang
├── 123456789
└── 987654321
Diese Trennung erleichtert die Administration und reduziert das Risiko eines versehentlichen Zugriffs auf Daten anderer Einrichtungen.
7.7 NTFS-Berechtigungen
Während der Installation werden die erforderlichen NTFS-Berechtigungen automatisch gesetzt.
Der Windows-Dienst erhält ausschließlich die Rechte, die für den Betrieb erforderlich sind.
Empfohlen wird:
| Benutzer | Berechtigung |
|---|---|
| SYSTEM | Vollzugriff |
| Administratoren | Vollzugriff |
| Normale Benutzer | Kein Schreibzugriff |
Die Berechtigungen sollten nach der Installation nicht ohne fachliche Prüfung geändert werden.
7.8 Windows-Dienst
Der WebService wird als Windows-Dienst betrieben.
Dadurch ergeben sich mehrere Sicherheitsvorteile:
- keine Benutzeranmeldung erforderlich
- keine interaktive Oberfläche
- automatischer Start
- kontrollierter Betrieb im Hintergrund
- zentrale Verwaltung über die Windows-Dienstverwaltung
7.9 Protokollierung
Der WebService protokolliert sicherheitsrelevante Ereignisse.
Beispiele:
- Dienst gestartet
- Dienst beendet
- erfolgreicher Upload
- erfolgreicher Download
- Datei gelöscht
- ungültiger API-Key
- nicht freigegebene IK
- interne Fehler
- Ausnahmen
Die Protokolle unterstützen Administratoren bei der Fehleranalyse und der Nachvollziehbarkeit von Zugriffen.
7.10 Empfehlungen für den Produktivbetrieb
Für einen sicheren Betrieb empfehlen wir folgende Maßnahmen.
| Empfehlung | Beschreibung |
|---|---|
| HTTPS verwenden | Ausschließlich verschlüsselte Kommunikation zulassen |
| Zertifikat aktuell halten | Abgelaufene Zertifikate rechtzeitig erneuern |
| API-Key schützen | Niemals öffentlich speichern oder weitergeben |
| Firewall verwenden | Nur den benötigten HTTPS-Port freigeben |
| Windows aktuell halten | Sicherheitsupdates regelmäßig installieren |
| Protokolle überwachen | Fehler und ungewöhnliche Zugriffe regelmäßig prüfen |
| Datensicherung | Datenverzeichnis regelmäßig sichern |
7.11 Typische Sicherheitsrisiken
| Risiko | Empfehlung |
|---|---|
| Ungültiges Zertifikat | Nur vertrauenswürdige Zertifikate verwenden |
| API-Key kompromittiert | API-Key sofort austauschen |
| Offene Firewall | Nur erforderliche Ports freigeben |
| Zu weitreichende NTFS-Rechte | Berechtigungen regelmäßig überprüfen |
| Fehlende Datensicherung | Regelmäßige Backups durchführen |
7.12 Sicherheitscheckliste
Vor dem Produktivbetrieb sollte folgende Checkliste vollständig erfüllt sein.
| Prüfung | Status |
|---|---|
| HTTPS aktiv | ☐ |
| Gültiges TLS-Zertifikat installiert | ☐ |
| Zertifikatskette erfolgreich geprüft | ☐ |
| API-Key geändert | ☐ |
| Firewall eingerichtet | ☐ |
| NTFS-Berechtigungen geprüft | ☐ |
| Datenverzeichnis gesichert | ☐ |
| Funktionstest erfolgreich | ☐ |
| Protokollierung aktiviert | ☐ |
| Backup eingerichtet | ☐ |
Erst wenn alle Punkte erfüllt sind, sollte der WebService in den Produktivbetrieb übernommen werden.
